Die Instagram-Welt

In meiner Jugend spielte Instagram noch keine wirklich relevante Rolle bei mir. Nach und nach verabschiedete sich allerdings Facebook als Social-Media-Netzwerk und Instagram wurde immer beliebter und bekannter. So habe auch ich mir 2015 einen Account unter dem Namen livi_ja angelegt. Anfangs hauptsächlich, um mein Hobby das Fotografieren und hier hauptsächlich die Makrofotografie mit anderen zu teilen.

Hin und wieder ließ ich meine Follower auch an meinen Reisen teilhaben wobei ich das private Leben weitestgehend aus den Online-Netzwerken draußen ließ. Inzwischen teile ich fast nur noch Bilder die ich mit meiner Drohne aufnehme und stelle die Makro-Bilder die ich mit der Kamera mache nur noch auf meine Website. Mit der Zeit und gerade auch, wenn man einen öffentlichen Account hat, merkt man, wie sich das Interesse der Follower verändert. Unter langweiligen, nicht bearbeiteten „Hobby-Bildern“ findet man weniger likes und weniger zusprechende Kommentare. So gerät man doch auch immer wieder unter Druck, den „perfekten shot“ zu liefern. Nicht selten verschwinden so immer wieder Accounts, die einfach genug haben von dem „Likes-Sammeln“ oder die mit dem Druck des „immer besser Werdens“ in jeglicher Hinsicht nicht mehr zurecht kommen.

Mir geht es inzwischen nicht mehr um das Wetteifern wer das bessere Bild gemacht hat. Ich möchte meine Leidenschaft, das Fotografieren und Drohne fliegen mit anderen Teilen und auch von anderen lernen. Wenn man es mit einem Bild in einen „Repost“ von größeren Seiten schafft, ist es umso erfreulicher, dass die Bilder gefallen. Die Aktivität und das Hobby sollten aber definitiv nicht davon abhängen und man sollte sich nicht dadurch beeinflussen lassen. Da ich auch immer wieder Bilder zur Verwendung von Dritten anbiete, hat es mich sehr gefreut, dass die Sparkasse Markgräflerland meine Drohnenaufnahme für die Werbung zu WirWunderWebinare genutzt hat. Ein Projekt für Vereine um Spenden zu sammeln und so Projekte umzusetzen. So entstand mit meinem Drohnenbild ein schönes Werbevideo das noch einem guten Zwecke dient.

Wie auch immer: für mich ist es eine Plattform neben der Website, meine Bilder zu zeigen und andere vielleicht auch für mein Hobby zu motivieren. Likes sind schön, werden mein Interesse am Fotografieren und Drohne fliegen aber nicht beeinflussen.

Die Insel Saaremaa

Ein Kurztrip auf die Insel Saaremaa:

Da Tallinn doch sehr touristisch ist, habe ich mich dazu entschlossen noch einen Kurztrip auf die Insel Saaremaa zu machen. Von Tallinn aus gelangt man entweder mit einem Mietauto (ca. 30 – 50€ am Tag) aber auch mit einem Reisebus, der nur ca. 13€ pro Fahrt kostet nach Kuressaare, der Inselhauptstadt. Die Fahrt mit dem Bus dauert ca. 4 Stunden, mit einem eigenen Auto und wenn man direkt eine Fähre erwischt, ist man in 2 Stunden dort. Gebucht habe ich meinen Bus online unter tpilet.ee. Je früher man hier bucht desto billiger ist der Bus. Der Busbahnhof liegt etwas außerhalb der Stadt, ist mit Bus oder Straßenbahn in wenigen Minuten erreichbar, zu Fuß benötigt man zum Tallinna Bussijaam ca. 30 Minuten (Website findet man HIER).

In Kuressaare habe ich mich für fünf Nächte im Ovelia B&B einquartiert. Inklusive Frühstück habe ich hier 175€ gezahlt, was für die Leistung vollkommen in Ordnung war. Das Frühstück war im großen und ganzen in Ordnung, in ca. 15 Minuten war man vom Busbahnhof an der Unterkunft und in weiteren 15 Minuten zu Fuß in der „Innenstadt“. Da ich mich für die Fahrt mit dem Reisebus entschieden habe, hatte ich die ersten Tage in Kuressaare kein Auto zu Verfügung und war hauptsächlich in der Stadt und der Umgebung unterwegs. So habe ich auch zum großen Supermarkt an der Tallinna/Ringtee-Kreuzung und zum dahinter liegenden Friedhof (Kudjape kalmistu) gefunden. Dort lässt sich die ein oder andere Stunde verbringen. Viele Gräber sind sehr alt und gerade an einem eher düsteren Tag hinterlassen sie eine mystische, etwas unheimliche Stimmung. Hier waren nur wenige Menschen unterwegs und man konnte die Ruhe genießen. Weitere auf jeden Fall sehenswerte Orte sind die Festung im südlichen Teil der Stadt, der Kuursaal (Kuurhoone) mit seinen empfehlenswerten Fisch-Menüs (dazu unten mehr), die Innenstadt von Kuressaare mit seinen vielen kleinen Restaurants und Cafés sowie die kleinen Gassen mit Souvenirläden und wunderschönen Häuschen.

Da bei mir das Wetter nicht so mitspielte und es sich sehr schwierig gestaltet, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Insel zu erkunden, habe ich mich in der Touristeninformation in Kuressaare nach einem Mietwagen informiert. Wider Erwarten wurde mit ein Zettel mit einer Adresse von „ONAUTO“ in die Hand gedrückt. Diesen kleine Autoverleih findet man in der Ara 53a. Ich bin dort einfach vorbei gelaufen und habe mich nach einem Auto erkundigt. Sofort wurde mir für 25€ ein Mietwagen zugesagt, nur Pass und Führerschein musste ich vorweisen. Gezahlt wurde in Bar. Die Preise und Abhandlung waren sehr einfach, die Autos relativ alt aber vollkommen in Ordnung. Da die Wege und Straßen abseits der Städte oft aus Schotter und Kies sind, sind hier Schäden an Lack und Scheiben nicht ausgeschlossen. Mit einem älteren Auto fühlt man sich hier um einiges sicherer.


Mit dem Auto war ich somit um einiges flexibler und konnte die gesamte Insel erkunden. Angefangen habe ich mit dem Meteoritenkrater bei Kaali. Sehr spektakulär war dieser leider nicht, erinnerte eher an einen kleinen Tümpel wie man ihn immer wieder im Schwarzwald findet. Nach einem kurzen Stop bin ich auch schon weiter gefahren, um mir die Angela Windmühlen bei Viira anzuschauen. Hier gab es leider auch nicht so viel zu sehen, ein kurzer Stop reicht meiner Meinung nach vollkommen aus. Um näher an die Windmühlen zu gelangen und diese auch von innen zu besichtigen ist ein Eintritt fällig. Fährt man allerdings einfach so durchs Land, findet man immer wieder Windmühlen, die keinen Eintritt kosten und die trotzdem auch von innen besichtigt werden können.
Vom Angela Windmillpark ging es weiter in den Norden der Insel, dann die Küste entlang zum „Panga Cliff“. Eine Steilküste (nicht sooo steil wie man sich das vermutlich vorstellt) erwartet einen hier. Läuft man ein Stück die Küste entlang kann man über ein Seil nach unten klettern und direkt an den Klippen über den Steinstrand wandern. Ca. 500m weiter findet man eine gelb markierte Treppe und gelangt hier auch wieder nach oben auf den Wanderweg. Wanderrouten findet man auf einer großen Tafel am Parkplatz. Vom Panga Cliff aus bin ich wieder zurück in den Süden der Insel, zum Wandergebiet „Loose tammiku opperade“. Hier erwartet einen eine lange Allee aus alten Eichen. Folgt man dieser gelangt man zum Vogelbeobachtungsturm. Von hier aus kann man Kraniche, Schwäne und Gänse an der Küste beobachten.

Weiter ging es am nächsten Tag mit einem Trip in den Süden der Insel, nach Sääre zum „Sorve Leuchtturm“. Ich bin früh am Morgen losgefahren um den anderen vielen Touristen aus dem Weg zu gehen und mit der Drohne eine Runde um den Leuchtturm fliegen zu können. Gerade an einem nebeligen Morgen ist die Stimmung hier sehr düster und mystisch. Mit der Drohne waren tolle Aufnahmen möglich, allerdings auch nur kurz da dann doch einige Familien mit Kindern den Leuchtturm und die Umgebung inspizierten. Weiter bin ich mit dem Mietwagen in den Nordwesten, zum „Ohesaare bank“. Dabei handelt es sich um einen Kiesstrand auf welchem viele Steintürme in jeder erdenklichen Größe errichtet wurden. Eine schöne ruhige Atmosphäre! Da hier auch ein größerer Parkplatz war, konnte man sein Auto stehen lassen und 1-2 Buchten weiter die vielen Schwäne beobachten. Auf dem Weg zurück nach Kuressaare habe ich dann noch einen Stop beim Leuchtturm „Anseküla“ gemacht und noch einen Regenspaziergang am Strand „Mändjala“, kurz vor der Stadt. Gerade der Strand ist zu empfehlen. Bei gutem Wetter kann man hier toll schwimmen und er ist nicht so überlaufen wie der Stadtstrand im Süden von Kuressaare.

Als nächstes Ziel hatte ich mir eine Wanderung um die Landzunge im Nordwesten der Insel ausgesucht. Mit dem Auto bin ich zu dem Wanderparkplatz „Harilaiu matkarada“ gefahren. Von Kuressaare aus habe ich relativ lang, fast 60 Minuten gebraucht, ein Großteil der Strecke war off-road und sehr schlecht zu befahren. Auch hier war ich wieder froh, ein etwas älteres Mietauto zu haben. An dem Wanderparkplatz waren verschiedene Wanderungen beschrieben, auch die Umrundung der Landzunge mit einem Stop am „Kiipsaare Leuchtturm“. Da schon einige Leute auf dem Weg zu diesem Leuchtturm waren, bin ich die Runde verkehrtherum gelaufen und hatte somit meine Ruhe. Zuerst ging es die Küste entlang, dann immer wieder etwas weiter ins Landesinnere durch Kiefernwälder. Trotz der Aussage im Reiseführer, dass es in Estland Bären, Wölfe, Luchse und Elche gibt, war ich doch etwas erstaunt, auf dieser Runde die Überreste eines Bären gefunden zu haben. Wenn man es dann auch noch im Gebüsch knacksen hört, läuft man doch etwas schneller.

Der „Kiipsaare Leuchtturm“ war auf jeden Fall einen Besuch wert. Dieser schräge, alte Leuchtturm vor einem stürmischen Himmel und dem rauen Meer sah toll aus und die Runde ist mit 11 km auch wirklich gut machbar. Den Rückweg habe ich mir selber ausgewählt, bin einen Teil am Strand, den anderen Teil durch den Wald zurückgelaufen. Auf dem Weg vomWanderparkplatz zurück nach Kuressaare sieht man viele kleine „Buswartehüttchen“ am Straßenrand. Oft sind diese mit Sofa, Sessel, Tisch und vielen anderen kleinen Dingen ausgestattet und versüßen einem die wahrscheinlich lange Wartezeit auf die selten fahrenden Busse.

Eine weitere Sache, an die man sich sehr gerne zurück erinnert, ist das gute estnische Essen. Während es in Tallinn bereits viele verschiedene Fisch-Menüs, von gegrilltem Lachs über Fisch-Bowl bis hin zu Sushi gab, konnte man auf Kuressaare direkt weiterschlemmen. Sehr zu empfehlen ist der Kuursaal in der Nähe der Festung in Kuressaare. Die Fischmenüs variieren je nach Tag und dem täglichen Fang, meist stehen
3-4 unterschiedliche Menüs zur Verfügung. Ich hatte mir die Babyforelle mit Kartoffeln und Gurkensalat für 12€ sowie als Vorspeise eine Schale Oliven für 4€ bestellt. Bei der Größe und der Qualität des Menüs ein absolut fairer Preis. Weiterhin zu empfehlen war das „Pritsumaja Grill & Bar“ in der Innenstadt von Kuressaare wo man sehr guten gegrillten Lach bekam sowie für den Snack zwischendurch die „Fresh Café & Smoothie Bar“. Für einen kleinen Vitamin-Kick und zum Pause einlegen absolut genial! Für meine Tagestrips habe ich mir meist einen Rucksack mit genug Snacks und Trinken mitgenommen. Estland ist was die Internetabdeckung allerdings so gut, das man immer auch von zwischendurch Läden und Restaurants suchen kann.

Estland – definitiv eine Reise wert

Reiseempfehlung Tallinn:

Nach einem Jahr ohne Reisen war es gar nicht so leicht, ein Land zu finden bei welchem die Corona-Beschränkungen im Großen und Ganzen machbar waren. Nachdem meine Schwester und Verwandte Estland bereits bereist hatten, wurde mir dieses Land immer wieder ans Herzen gelegt.
Für die Einreise war das Ausfüllen eines Einreiseformulars (hier zu finden…) sowie ein Nachweis über „geimpft“, „genesen“ oder „getestet“ notwendig. Die Covid-App und eine Kopie der Impfbescheinigung hatte ich auf meiner Reise dabei. Diese Nachweise wurden bei mir am Abflughafen überprüft. Allerdings auch nur dort. Ich hatte mich für einen Flug mit Lufthansa von Basel/Mulhouse über Frankfurt nach Tallinn entschieden. Mit einstündigem Aufenthalt dauerte meine Anreise ca. vier Stunden und kostete für Hin- und Rückflug insgesamt 330€.
Nach meiner Ankunft am Flughafen habe ich mich dazu entschieden, mit dem Taxi zu meinem Hotel in die Stadt zu fahren. Normalerweise kostet eine Taxifahrt bis zur Altstadt ca. 8-12€ je nach Größe des Taxis. Macht also nicht den Fehler einen Kleinbus zu nehmen, dieser kostet für eine ca. 15-minütige Fahrt bereits 15€. Für 2-3€ ist es auch möglich, den Stadtbus zu nehmen. Dieser braucht ca. 30min bis in die Innenstadt.
Für meine ersten Tage in Tallinn hatte ich das Metropol-Hotel mit Frühstück gebucht. Es hatte eine super Lage, direkt gegenüber der Altstadt und lag in der Rotermann-City Einkaufsgegend. Neben diesem Hotel findet man auch das Metropol-Spa-Hotel. Bucht man seinen Aufenthalt hier, zahlt man zwar ein paar € mehr, hat aber auch ein besseres Frühstück, ein Zimmer mit Klimaanlage, Minibar und Flachbildschirm sowie kostenlosen Zugang zum Spat-Bereich mit mehreren Pools und Saunas.
Die ersten Tage in Tallinn habe ich damit verbracht, mir die Altstadt und die Umgebung anzuschauen. Sehr viele kleine Läden, ein großer Blumenmarkt und einige Cafés laden zum Verweilen ein. Angefangen habe ich meine Stadtrundtour am Viru Gate. Hier ist auch der Blumenmarkt zu finden und viele ältere Damen, die kleine handgemachte Blumensträuße verkaufen. Die „St. Nicolas Church“, „Alexander Nevsky Cathedrale“ und die „Church of the Holy Spirit“ lassen sich über die Müürihave und Niguliste miteinander verbinden und so gelangt man in den zentralen Teil der Innenstadt. Hier sollte man auf jeden Fall den kleinen Laden Dekokodu und den Käsitöö Sokolaad, beide in der Vorimehe-Straße besuchen. Neben kleinen, tollen, etwas anderen Souvenirs findet man hier auch geniale Schokolade.

Läuft man von der Innenstadt aus Richtung Bahnhof „Balti Jaam“ und überquert die dahinter liegende Straße, gelangt man zum „Balti Jaam Market“. Hier lässt sich viel Zeit beim herumschlendern zwischen den kleinen Essensständen verbringen. Neben genialen Bowles gibt es hier auch Sushi, gefüllte Teigtaschen, Smoothies und Kuchen. Im unteren Stockwerk des Balti Jaam Markets befindet sich ein größerer Einkaufsladen, im oberen Stockwerk findet man kleine Kunstläden, etwas „Ramsch“ und Shops mit antiken Möbeln. Von der „CreativCity Telliskivi“, die in der Nähe des Balti Jaam Markts liegt, war ich etwas enttäuscht. Hier wird man vermutlich erst zu späterer Stunde die große Menschenmasse antreffen. Ich war Nachmittags dort, habe mir aber auch nur die Gravitis angeschaut. Folgt man nun der Rannamäe Tee entlang des Hafens weiter zur Innenstadt gelangt man zum Rotermann-Viertel. Hier findet man größere Modeshops, darunter Stradivarius, Pull an Bear, H&M. Die Preise sind allerdings ähnlich zu den Deutschen, ein richtiges Schnäppchen macht man hier somit nicht. Läuft man etwas weiter durch das Viertel, entdeckt man aber auch viele Restaurants, eine Chocolatier sowie das Estonia-Designhouse. Ein sehr interessanter Laden der in jedem Preisbereich etwas anzubieten hat. Ein herumschmökern lohnt sich hier auf jeden Fall (Infos findet man hier)!

Für einen weiteren Tag in Tallinn habe ich mir ein Fahrrad bei City-Bike gemietet. Diesen Shop findet man in der Vene 33 (oder hier im Internet). Für 24 Stunden kostet ein normales Tourenrad 17€ und 100€ Kaution. Über Nacht konnte ich das Fahrrad im Hotel einschließen lassen. Das Fahrrad war etwas gewöhnungsbedürftig aber um aus der Stadt raus zu kommen war es genial. Tallinn und das Umland verfügen über ein sehr gut ausgebautes Fahrradnetz sodass man auch einige Kilometer weit kommt. Ich habe mit dem Fahrrad eine Tour an die Nordküste, an den Finnischen Meerbusen gemacht. Hin und zurück waren es ca. 40km.

Weiter ging es nach vier Tagen in Tallinn auf die Insel Saaremaa. Da ich aufgrund fehlender Kreditkarte kein Auto mieten konnte, habe ich den Reisebus genommen, der mit der Fähre auf die Insel ca. 4 Stunden benötigte und dabei je nach Buchungszeitpunkt um die 13€ kostete. Meinen Reisebericht zu Saaremaa finden man HIER .