Kristallmarathon im Bergwerk Merkers

Kurzentschlossen ging es am 08.02.2026 in den Wartburgkreis im Westen Thüringens zum Kristallmarathon 500 Meter unter der Erde. Insgesamt 750 Teilnehmer durften sich auf der ca. 3,3km langen Rundtour auf die Halb- bzw. Marathondistanz begeben. Durch Zufall hatten wir die Teilnahme auf Ebay-Kleinanzeigen entdeckt, da der Lauf schon seit Monaten ausgebucht war, war die Entscheidung sehr schnell getroffen!

Ab 07:00 Uhr morgens wurden am Veranstaltungstag an dem Besucherzentrum des Bergwerks die Startnummern ausgegeben und mit der Fahrt in die Tiefe begonnen. Es war auf jeden Fall sehr sinnvoll, früh zum Bergwerk zu fahren, da das Getümmel durch Startnummernausgabe und Grubenfahrt viel Zeit in Anspruch nahmen. Besucher konnten vorab online angemeldet werden und nach Abholung einer Fahrmarke ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen. Nachdem Helm und Stirnlampe aufgesetzt wurden, ging es in Gruppen in den Schacht und Aufzug und einer kurzen dunklen Fahrt in die Tiefe. Für Frido war die Fahrt unter Erde kein Problem, für mich nach meiner Knie-Operation mit Krücken, Schmerzen und Kreislaufproblemen ein echtes Abenteuer.

Nach ca. 90 Sekunden waren wir unten und wurden von den Merkers-Kumpel freundlich empfangen. Nach kurzem Fußmarsch ging es durch die Luftschleuse um den Druckunterschied und die Frischluftzufuhr unter Tage zu ermöglichen. Im Stollen warteten bereits Besucher-LKWs, auf denen Läufer und Zuschauer auf der Ladefläche auf Sitzbänken platznehmen konnten. Mit bis zu 50kmh ging es dann auf einer ca. 10-minütigen Fahrt mit vielen Kurven und durch enge Tunnel in die Tiefen des Salzkristall-Bergwerks.

Im sogenannten „Großbunker“, der zum größten und tiefsten Konzertsaal der Welt gehört gab es auch eine kleine Bar, Toiletten und für die Begleitpersonen Sitzmöglichkeiten. Hier war auch der Start- bzw. Zielbereich und die Zuschauer konnten die Läufer regelmäßig anfeuern und auf Bildschirmen beobachten. Um 10 Uhr fiel der Startschuss für den Lauf für die Teilnehmer beider Laufdistanzen. Direkt nach der Startlinie war nicht nur die erste Verpflegungsstation, sondern auch direkt die erste Steigung. Über viele Kurven und einigen Steigungen und Gefällen führte die Laufstrecke in einer Runde durch die Stollen des Bergwerks. Nach ca. der Hälfte erreichten die Läufer eine zweite Verpflegungsstation, die meist eine sehr willkommene Abwechslung und Erfrischung bot.

Der Boden im Bergwerk war asphaltähnlich festgefahren und durch die Salzschicht schimmert der Boden an vielen Schichten, als ob er nass wäre. Schon nach den ersten Runden hörte Frido mit dem Zählen auf und lief wortwörtlich „im Tunnel“. Das Auf und Ab durch die Gänge mit einer Deckenhöhe von ca. 3-4m und die künstliche Beleuchtung sorgten für ein besonderes Lauferlebnis und es war für ihn immer wieder erfreulich, nach ca. 15 Minuten im Großbunker bei den Zuschauern vorbeizukommen. 13 Runden waren für die Marathonläufer notwendig, um die volle Distanz zu erreichen.

Im Ziel konnten sich die Läufer neben der Finisher-Medallie in Form einer Schacht-Fahrmarke auch das verdiente Finisher-Bier und eine Bockwurst abholen. Mit den Sprintern ging es dann wieder zurück zur Luftschleuse und den Aufzügen, mit denen die Besucher und Läufer wieder an die Oberfläche und das Tageslicht gebracht wurden. Für mich mit Krücken wurde extra ein Jeep organisiert und wir bekamen eine eigene Fahrt mit Abkürzungen zurück zur Schleuse. Die Kumpel und Helfer waren allesamt sehr freundlich und sehr hilfsbereit!

Im Gebäude des Bergwerks bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit zu duschen. Auch hier bekam man einen Eindruck über die Arbeit und Abläufe der Mitarbeitenden des Bergwerks, welches immer noch aktiv ist. Erst im Nachhinein machten wir uns bewusst, welch kleinen Teil und Strecke wir in den über 5000km langen Schächten des Bergwerks gesehen und erkundet hatten.