Die Idee, 400 Kilometer über die Alpen zu laufen und dabei über 25.000 Höhenmeter zu bewältigen ist mir schon seit einigen Jahren durch den Kopf geschwirrt.
Neben dem TAR (Transalpin Run) und auch selbst organisierter Querung der Alpen habe ich immer mit dem Gedanken gespielt daraus irgendwann mal ein Projekt zu starten. Die Entwicklung des TAR, wie viele andere kommerzielle Läufe unter UTMB-Flagge, war mir schlichtweg ergreifend zu eintönig und teuer.
Liv und ich waren bereits vor vier Jahren beim Montreux Trail Festival, bei dem ich damals die 30km Distanz „Mx Sky“ lief. Im Ziel beobachteten wir sehr müde aussehende Läufer, die nach kurzer Recherche die Finisher des „Crossing Switzerlands“ waren und nach und nach in Montreux eintrudelten. Dies beeindruckte mich sehr und aus dem großen Wunsch, dies irgendwann selbst einmal zu bestreiten wurde dann vier Jahre später die Verwirklichung.
Das Laufformat findet nur alle zwei Jahre statt und hat ein Teilnehmerlimit von etwas über 300 Läufern. Dies macht die Veranstaltung zu einem etwas überschaubareren und exklusiven Event, das noch nicht so bekannt und überlaufen, wie viele andere Formate ist.
Monate vergingen, in denen keine spezifische Vorbereitung oder Training erfolgten. Mein Trainingspensum belief sich auf die Wettkämpfe, mit der Hoffnung, dass die enthaltenen Höhenmeter als Training ausreichen würden. Erst wenige Wochen vor dem eigentlichen Startschuss am 19.07.2026 wurde mir klar, auf was ich mich da eigentlich angemeldet habe.
Verpflegung, Ausrüstung, Schlafstrategien, Notfallplan, Verpflegungsstationen, Base-Camps, Wetterprognosen… Alles Dinge, die mir bisher nur am Rande und eher mit Leichtigkeit für eine Wettkampfvorbereitung in den Sinn kamen, aber plötzlich elementar erschienen. Die Informationsgabe in den Monaten und Wochen vor dem Wettkampf durch den Veranstalter war eher bescheiden und zurückhaltend und so war die Vorfreude und der Überraschungseffekt umso größer.
Im Eifer des Gefechts bestellte ich mir noch das Ein oder andere Nahrungsergänzungs-
mittel oder Iso-Pulver, in der Hoffnung, es würde mir beim Lauf helfen und nicht übel auf den Magen schlagen. Die zwei Wochen vor der Veranstaltung verbrachte ich damit, Turnbeutel für jede Etappe zu packen und die wichtigsten Dinge in mehrfacher Anzahl bereitzustellen. Die Idee war, in jedem Base-Camp auch direkt neue Handtücher, Verpflegung und die notwendige Ausrüstung bereitzustellen, um Zeit zu sparen und Chaos vorzubeugen.
Für Liv hieß es ebenfalls, eine Logistische und Fahrtechnische Präzisionsarbeit zu leisten, da die Laufstrecke zwar immer wieder größere Touristen-Orte kreuzte, für sie jedoch viele Fahrkilometer mit sich brachte. So war eine sehr große Herausforderung, vorab Unterkünfte zu planen und buchen, die in der Nähe meiner Laufstrecke (und Prognose der Ankunft) lagen. Auch Livs Vater war schon im Rennfieber und arbeitet eine detaillierte Tabelle mit voraussichtlichen Basecamp-Zeiten, Verpflegungsstationen und Fotospots aus.
Wir reisten am Freitag, zwei Tage vor dem Startschuss über Österreich mit einem Zwischenstopp bei unserem (Lauf-)Freund Andreas in Feldkirch an. Dabei buchten wir uns in einem Gasthof in Maienfeld, einem Nachbarort von Bad Ragaz ein. Das Wetter verhieß bereits am Freitag durchwachsen und eher regnerisch zu werden.
In Bad Ragaz wurde bereits am Freitagnachmittag die Startnummernabgabe angekündigt. Nach einem längeren Hin- und Her- mussten wir feststellen, dass der Organisator kurzerhand den Standort der Abgabe veränderte, und wir den neuen Abholort erst finden mussten.



Die Teilnehmer der Veranstaltung erhielten neben dem Armband, das sie als Teilnehmer auswies, noch einen 60 Liter Beutel. In diesen konnten die Läufer ihre Ausrüstung, Kleidung und Verpflegung packen. Er wurde während des Rennens an die insgesamt 6 Base-Camps auf der Strecke transportiert. Zusätzlich erhielten die Läufer einen GPS-Sender, mit dem der Veranstalter den genauen Standort der Läufer ermitteln und bei Abweichungen von der Strecke diese kontaktieren konnte. Als Teilnehmer-Geschenk gab es vom Sponsor Fuga/Kallas einen Laufrucksack mit Soft-Flasks.
Nach erfolgter Startnummernabholung, Safety-Check der Ausrüstung und letztem Briefing am Samstag-Abend, gab es noch eine Pasta-Party, bei der die Läufer mit leckeren Spaghetti und Pesto nochmal Kohlenhydrate tanken konnten.



Die Aufregung stieg bei uns beiden, da sowohl die Wetterprognose für den Start am Sonntag eher regnerisch und durchwachsen war und nun auch der große Lauf immer greifbarer wurde.
Der Start erfolgte zu „Nothing else matters“ von Metallica am Sonntagmorgen vorm Rathaus in Bad Ragaz noch im trockenen um 08:00 Uhr. Die große Gruppe von Läufern bewegte sich in die Tamina-Schlucht, in der es in kürzester Zeit auch direkt in den ersten langen Anstieg ging. Der Regen setzte ein und es ging auf den ersten 8 Kilometern direkt in einen 1800m hohen Anstieg. Auf der Pizolhütte gab es nach etwas über 12 Kilometern die erste Verpflegungsstation, auf der im Nebel vor allem die heiße Brühe und der Tee ein wohltuendes Lab waren. Während der Startnummernabholung lernten wir Erik kennen, ein netter Niederländer, der mit Frau und den zwei Söhnen vor Ort war. Sein Sohn Owen, selbsternannter „größter Fan“ von mir, bejubelte mich im ersten Anstieg und es war ein schönes Wiedersehen eines „bekannten Gesichts“ an dem regnerischen ersten Tag.


Nach der Pizolhütte offenbarte den Läufern durch den Nebel hindurch ein wunderbarer Anblick auf die 5-Seen-Tour. Die türkisblauen Seen hätten zum kurzen Bad eingeladen, wenn da nicht der Nebel und die Kälte durch den Wind (und natürlich die noch bevorstehenden Kilometer) gewesen wären. Für ein kurzes Foto und den genussvollen Blick musste aber Zeit sein.
Nach ca. 30 Kilometern trafen die Läufer nach Weisstannen auf die Via Alpina, die sie die über einige hundert Kilometer auf der richtigen Strecke weisen würden.
Zwischen den Gipfeln führten schmale Pfade und saftige grüne Weiden mit Kühen und Ziegen für ein Panorama, was mich an die Filmkulisse von „Hobbit“ oder „Herr der Ringe“ erinnerte.
Der erste Tag zog sich mit knapp 80 Laufkilometern und über 5000 Höhenmetern und neben dem Foopass und Richtlipass sammelten sich doch auch die Blasen an den Füßen in den regengetränkten Schuhen. In der einsetzenden Dunkelheit und zunehmenden rutschigen Trail-Passagen war es gar nicht so einfach, immer den richtigen Weg und die passenden Abzweigungen zu finden.





Gegen 21:40 Uhr trudelte ich müde aber erleichtert in Rüti in der Sporthalle ein und freute mich sehr, Liv zu sehen.
In dem ersten Base-Camp gab es zuerst die Beutel, die durch fleißige freiwillige Helfer den eintreffenden Läufern ausgehändigt wurden. Dann wurde kurz erläutert, wo welche Annehmlichkeiten wie Duschen, Verpflegung und sogar Massagen zu finden sind.
Von dort ging es direkt an einen der freien Tische, um die nassen Schuhe und Socken auszuziehen, eine heiße Mahlzeit (in dem Fall Rösti mit Käse) zu genießen, und durch Liv die Soft Flasks neu befüllen zu lassen. Viel Zeit blieb einem nicht, da jeder Läufer mit seiner Ankunft im Base Camp eine maximale Aufenthaltsdauer von 5 Stunden erhielt, bevor er dieses wieder verlassen musste. Dadurch sicherte der Veranstalter ab, dass möglichst alle Läufer eine Chance auf einen Schlafplatz erhielten.
Für mich ging es nach dem Essen, Duschen und einer sehr wohltuenden Massage direkt in den Schlafsack und in die abgedunkelte Sporthalle, in der Turnmatten als Schlafunterlage dienten. Mit Gehörschutz und einem Stirnband für die Augen gewappnet versuchte ich mich im Einschlafen. Gar nicht so einfach, mit dem noch vorhandenen Adrenalin und der Gewissheit wie viele Gipfel und Kilometer noch bevorstanden. Die müden und schweren Füße mit den Blasen waren die größte Unannehmlichkeit und waren in den Schlaf hinein deutlich zu spüren. Von dem Schlaf gab es nicht viel; zu sehr wälzte ich mich auf der dünnen Sportmatte und wachte immer wieder auf. Nach ca. 2,5h torkelte ich noch etwas schlaftrunken aus dem Schlafbereich und Liv wartete bereits mit dem gepackten Laufrucksack und einem heißen Kaffee auf mich. Sie verbrachte ebenso durchwachsen die wenigen Stunden im Auto, das wir als mobile Laufmanager-Zentrale mit Isomatte und der Ausrüstung umgerüstet hatten. Gegen kurz nach 02:00 Uhr verließ ich nach 4h 38min das Base Camp und machte mich auf den Weg in die Dunkelheit auf die nächste, verhältnismäßig kurze Etappe.
Dabei ging es über den bekannten Klausen Pass. Im Morgengrauen und noch frühen Morgen-Nebel sorgte das Licht für eine gespenstische und eindrucksvolle Atmosphäre. Die Kälte nach der Nacht war noch zu spüren und bei unserem nächsten Wiedersehen freuten wir uns auf die ersten Sonnenstrahlen, die den Klausenpass langsam erleuchteten.


An der nächsten Verpflegungsstation gab es eine heiße Brühe mit Nudeleinlage. Die Uhrzeiten der Essensaufnahme waren schon am zweiten Tag nicht mehr mit dem eigentlichen Rhythmus passend und so gab es eben bei Kilometer 100 morgens um 06:30 Uhr ein herzhaftes Gericht, was sonst wahrscheinlich als Mittagsessen dienen würde.
Das nächste Base Camp wurde in der Etappe nach ca. 42 Kilometern und „nur“ 2000 Tageshöhenmetern erreicht. Ich erreichte dies gegen 10:00 Uhr morgens, während Liv schon vor Ort wartete. Die warme Dusche, eine weitere wohltuende Massage und ein leckeres Gericht mit Spätzle und Linsen stärkten. In diesem Camp konnten durch Podologen vor Ort auch die Blasen behandelt werden. Einige der Läufer sahen bereits sehr mitgenommen von der ersten durchregneten Etappe und wenigen Stunden Schlaf aus. In diesem Base Camp wurden die GPS-Tracker der Läufer ausgetauscht, um die Akkus für die nächste längere Etappe ausreichend gefüllt zu haben. Während ich mich wieder in die Turnhalle für etwas Schlaf begab, sorgte Liv für das Richten des Laufrucksacks und Laden der Laufuhr, Handy und Stirnlampen.
Dies war ein hervorragender Service und nahm mir wichtige organisatorische Arbeit und doch einige Minuten ab. Dabei blieb stets die Ordnung im Blick, damit auch im nächsten Base Camp wieder alles griffbereit an Ort und Stelle war.



Nach weiteren durchwachsenen 2,5 Stunden Schlaf und einer Aufenthaltsdauer von 4h 38min verließ ich Altdorf um 14:28 Uhr und machte mich auf einen langen und steilen Anstieg mit 1900 Höhenmetern am Stück auf über 11 Kilometer über den Surenen Pass auf den Weg. Ein atemberaubender Blick über die Schächentaler Alpen und Titlis ergab sich von den Höhen. Neben der ersten Sichtung von Murmeltieren und Steinböcken wurde auch ein Schneefeld gequert.
In Engelberg hatte der Veranstalter ein Trail-Hotel als Verpflegungsstation gewählt. Dort gab es auf dem Balkon des Hotels eine hervorragende Polenta. Auf Wunsch konnte Fleischeinlage oder ein Spiegelei hinzubestellt werden. Ich traf dort kurz vor 21:00 Uhr ein und stärkte mich, vor dem nächsten längeren und steilen Anstieg. Für Liv stand glücklicherweise eine Nacht in einer festen Unterkunft und einem richtigen Bett bevor.
Nach der Verabschiedung in die Nacht hinein, stieg ich über den Trübsee bis auf den Hochpass auf das „See-Segment“ auf. In der Dunkelheit ging es über schmale und steile Pfade nach oben. Trittsicherheit und Konzentration waren gefordert, nachdem es an manchen Stellen steil und ungesichert in die Tiefe ging. Gar nicht so einfach mit dem Schlafmangel und doch müden Füßen!



Nachdem der Jochpass passiert war, ging es wieder ein Stück bergab, vorbei am Engstlen-See. Da sich das Läuferfeld inzwischen stark auseinandergepflückt hatte und die Strecke über alpine Pfade führte, in denen selbst keine Wintersportanlagen mehr befanden, war man zunehmend einsam unterwegs. In der Ferne konnte man gelegentlich Stirnlampen, oder die Weidezaun-Batterien leuchten sehen. Mit etwas Glück auch die Ein oder Andere Almhütte oder einen schwach beleuchteten Stall. Aber selbst die Sterne blieben in den nächsten Stunden aus und man schien sich in schier endloser Dunkelheit und Einsamkeit nur zäh voran zubewegen. Für mich nahm auch die Müdigkeit zu und die in Melchsee-Frutt anstehende Verpflegungsstation schien ungreifbar weit entfernt zu sein. Ich traf nach einigen Stunden der Einsamkeit auf zwei weitere Mitläufer, die einem angenehmen Tempo unterwegs waren. Die Gesellschaft war sehr erfreulich und so schloss ich mich stumm den beiden Läufern an.
Langsam brach die Wolkendecke auf und die Sterne zeigten sich. Ein wunderbares Bild zeigte sich den Läufern, als der Mondschein die umliegenden Gipfel und Bergseen erahnen ließen. In der weiten, zurückgelegten Ferne konnte man nun auch die Stirnlampen sehen, die sich über die Strecke schlängelten.
Alex, einer der beiden Mitläufer in der neuen Gesellschaft, meinte, dass in 2-3 Kilometern die Verpflegungsstation bevorstehen sollte. Diese sei aber eine sich draußen befindliche, ohne Überdachung. Da die Kälte der Nacht und vor allem die Müdigkeit bei mir zunehmend zehrte, und das Base-Camp in Meiringen immer noch über 17km entfernt war, sah ich Handlungsbedarf. Das nächste Toilettenhäuschen an einem der Seen war geöffnet, sauber und hatte einen großen Vorraum. Daneben waren ein Holzlager und ein kleiner Raum, in dem Verbrauchsmaterial und einige Sonnenliegen verstaut waren. Die Entscheidung war schnell getroffen: ich verabschiedete mich von den beiden Mitstreitern und beschloss wenigstens für eine Stunde zu versuchen zu Schlafen. Die Sonnenliege war schnell im Licht der Stirnlampe aufgeklappt und die Rettungsfolie aus dem Erste-Hilfe-Set gekramt. Das Einwickeln aller Körperpartien (ich renne eigentlich immer mit kurzer Hose) erwies sich gar nicht so einfach und forderte mehrere Anläufe. Mit dem Buff als Bedeckung von Kopf und Augen und der durch den Schweiß und Kondenswasser feuchter Regenjacke zugedeckt startete das „Einschlaf-Projekt“. Schnell stieg jedoch die Kälte in die Knochen und wirkliche Erholung bot diese Rast doch nicht. Nach weniger als 30 Minuten brach ich den Versuch des Schlafens ab und packte mich in die Regenhose, der zweiten Jacke und schulterte den Laufrucksack erneut.



Welch große Überraschung und Ärger zugleich bot sich mir nach weniger als einem Kilometer nach dem Toilettenhäuschen die Verpflegungsstation; und zwar als Hotel, warm und innenliegend mit der Möglichkeit auf einer Bank zu schlafen. Da ich ausgekühlt und nun schon wieder im Bewegungs-Modus war, füllte ich nur kurz meine Soft-Flasks mit neuen Getränken, snackte mich durch die Süßigkeiten und setzte die Bewegung fort, um mich wieder aufzuwärmen.
Die nächsten 17 Kilometer forderten nochmal einiges an Konzentration und Biss, da es über einige Trailpassagen im Auf- und Ab bis nach Meiringen ging. Die große Belohnung erfolgte mit der blauen Stunde und dem ersten Morgenrot in den umliegenden Bergen und schneebedeckten Gipfeln in der Ferne. Meiringen erreichte ich bei 186km und nach einer Etappe von über 66km und knapp 4000hm um kurz nach 07:00 Uhr. In Meiringen wartete der erste Bunker auf die Läufer und bot diesen etwas komfortablere Betten als bisher in den Sporthallen.



Der „Superfan“ Owen bejubelte mich im Bunker von Meiringen und ich freute mich schlaftrunken vor allem auf ein Wiedersehen mit Liv nach der kräftezehrenden und langen Nacht. Ein kurzes Duschen, Essen und die fast schon zeremoniell gefeierte Massage und Blasen-Versorgung, dann ging es in eine der Schlafsäle mit Hochbetten. Das gleichmäßige Surren der Bunkerlüftungsanlage und die Müdigkeit nach dem langen Tag (oder Nacht?) sorgten dafür, dass ich nach einigen Minuten auch etwas Schlaf fand.
Die Rast in Meiringen endete nach 4h 25min und ca. 3 Stunden Schlaf und ich machte mich gegen 11:42 Uhr auf den Weg, um die dritte Etappe, der Jungfrau-Region zu starten.
Es ging zuerst an den Reichenbach Wasserfällen vorbei, an denen das erste Mal auf der Strecke mehr wandernde Touristen die Wege mit den Läufern teilten. Über die Schwarzwaldalp, die optisch wenig mit unserer Heimat zu vergleichen hatte, steuerte ich auf den höchsten Punkt der Etappe, der Grossen Scheidegg zu. Liv wanderte mir von Grindelwald entgegen und empfing mich vor der Verpflegungsstation, gestärkt von den vielen Käse-Kühlschränken auf der Strecke.
Nach einer kurzen Rast an der VP mit einer heißen Brühe und einem erfreulichen Wiedersehen mit Alex, der sich mehrfach für die Falschaussage mit der nächtlichen Verpflegungsstation entschuldigte, ging es auch schon weiter auf den Aufstieg der Kleinen Scheidegg. Erinnerungen an Ski-Ausfahrten, aber vor allem den Jungfrau-Marathon, einen der ersten Alpinen Marathons von mir kamen auf. Der Blick auf die umliegenden Gipfel des Eigers, Mönch und der Jungfrau, die Zahnradbahn und den „Eiger-Express“ stimmten euphorisch und gaben nochmal Energie in dem langen Aufstieg.
Nach Querung der Bahnstation auf der Kleinen Scheidegg stand der ca. 10 Kilometer lange Abstieg durch Wengen bis nach Lauterbrunnen an. Dort hatte Liv ebenfalls wieder ein Quartier und war ebenso wie ich genervt von den Mengen an teilweise sehr aufdringlichen und rücksichtslosen Touristen. Im Abstieg von Mengen erfreuten zwei sehr anhänglich und „Streichelbedürftige“ junge Kätzchen mein Gemüt und ich stellte ihnen kurzerhand unsere Katzen auf dem Handy vor. Was für die meisten wahrscheinlich absurd erscheint, ist nach gut über 227 gelaufenen Kilometern und den wenigen Stunden Schlaf nachvollziehbar und für uns als Tierliebhaber selbstverständlich. Da unsere uns sehr ans Herz gewachsene Pflegekatze „Schorsch“ leider vor kurzem durch einen furchtbaren Unfall gestorben ist, trug ich sie in Gedanken bei mir und sie war auch immer wieder ein gewisser Ansporn auf der langen Reise.



Ich erreichte die Sporthalle bzw. das Base Camp nach einer Etappenlänge von 43km und knapp 3000hm um 21:30 Uhr.
Müde aber auch stolz, bereits die Hälfte der Strecke absolviert zu haben, starteten wir das inzwischen routinierte Prozedere vom Auffüllen der Flasks, Duschgang und der warmen Mahlzeit. Auf die Massage und Podologie verzichtete ich, um schnell etwas Schlaf zu erlangen. In der Sporthalle stand wieder das altbekannte Problem der dünnen Sportmatten und schweren Füße bevor und ich schlief, nur wenige Minuten, bevor die Kälte und die dünne Matte mich plagten. Glücklicherweise war noch ein Platz auf einer ca. 30cm dicken Sportmatte frei, auf die ich umziehen konnte und dann doch noch etwas Schlaf fand. Nach einer motivierenden Nachricht von meinem Vater mit einem Bild von unserem Kater Fennen in der Heimat fiel ich schnell in einen kurzen, aber erholsamen Schlaf von knapp 4h.


Ich verließ um 03:26 Uhr nach einer Rastzeit von knapp 6 Stunden (ab diesem Base Camp sind die zulässigen Rastzeiten von 5 auf 6 Stunden gestiegen) und mit einem guten Schluck Kaffee. Für Liv ging es danach nochmal ins wohlverdiente Bett, während ich den Anstieg vorbei an dem berühmten Wasserfall von Lauterbrunnen in Richtung Mürren startete.
Im Dunkeln wuchs sowohl der Hunger als auch der Wunsch nach einem guten Kaffee oder einer frischen Milch von einen der Alp-Hütten in mir. Mürren passierte ich noch vor 06:00 Uhr und es gab keine geöffneten Läden. Der Aufstieg zur Roststockhütte wurde mit einem wunderbaren Sonnenaufgang belohnt und im Blick in die Ferne über die absolvierte, und noch bevorstehende Strecke konnte ich an der Hütte Licht und Bewegung sehen. So lag es auf der Hand, hier kurz Rast einzulegen und sich ein richtiges Hüttenfrühstück zu genehmigen. Ein Cappuccino und einen frisch gebackenen Nusskuchen mit Sahne; was eine Wohltat! Nach der Rast ging es frisch gestärkt auf den ersten der drei Gipfel, die es auf dieser Etappe zu bewältigen gab. Im Steilen und steinigen bergauf schenkten den Läufern einige Steinböcke keinerlei Beachtung und suchten unbeeindruckt in wenig Entfernung nach Essbarem. Auf dem Gipfel der Sefinafurgga auf über 2.600m war Zeit für ein kurzes Gipfelfoto und ein kurzes Gespräch mit einem verwunderten Wanderer.


Von dort ging es in einen technisch anspruchsvollen Abstieg, auf dem ich wieder auf Alex traf. Gemeinsam machten mir uns an den zweiten größeren Anstieg mit Stopp an der Verpflegungsstation Bundalp, bei der es morgens um 10:00 Uhr eine wunderbare Kartoffelsuppe zur Stärkung gab. Der Aufstieg auf den Gipfel des Hohtürli, dem „Dach des Crossing Switzerlands“ mit 2.778m zog sich, aber wurde mit einer wunderbaren Rundumsicht belohnt. Hier war die Hälfte der Etappe, jedoch noch lange nicht die gesamten Höhenmeter des Tages erklommen.



Mit immer mehr Touristen und Wanderern im Abstieg ging es in Richtung des Oeschinensee, wo Liv bereits eine Überraschung für mich versprach. Das technische Bergab mit Geröll und rutschigem Untergrund und deutlich mehr Gegenverkehr waren nicht gerade förderlich für die Stimmung. An der ersten Hütte, die mehr einem Touristen-Kiosk als einer richtigen Almhütte gleicht, waren bereits unzählige Touristen, die mit teilweise lächerlicher Ausrüstung das Gras platttrampelten, um ein Selfie mit einer Kuh oder Huhn zu ergattern. Die Natur und das „Drumherum“ schienen nicht zu interessieren oder respektiert zu werden. Nichts wie weg, und weiter in den Abstieg!
Der Oeschinensee, ein unglaubliches türkis-blau unter beeindruckendem Bergpanorama, erinnerte sofort an unserem in der Heimat bekannten Titisee. Überlaufen von tausenden Touristen, die sich um den See tummelten, am Ufer grillten oder mit den Tretbooten über den See tuckerten und von jedem Winkel aus Fotos machten.
Die Überraschung, Liv auf dem Pfad zwischen den vielen Touristen zu sehen war gelungen. Noch mehr überraschte sie aber damit, dass ihre Eltern extra angereist waren, aus dem Gebüsch sprangen und mir eine gekühlte Dose alkoholfreies Bier entgegenstreckten. Vor lauter Emotionen und Eindrücken überwältigt und den plötzlichen Mengen an Touristen überfordert trank ich mit ein Paar Tränen dankbar das Bier. Dennoch ging es direkt im strammen Wanderschritt weiter gen Kandersteg, um den überlaufenen Teil der Strecke zu verlassen.





In Kandersteg trennten sich die Wege wieder und Monika und Klaus verabschiedeten sich. Liv und ich betraten um 15:00 Uhr die Verpflegungsstation Kandersteg. Dort hätte es Burger mit Linsen und Couscous gegeben. Leider war eine vegetarische Variante ohne Fleisch-Patty nicht umsetzbar, weshalb ich mich mit den Beilagen begnügte. Ein kurzes Auffüllen der Flasks und ein Mittagsschlaf von ca. 30 Minuten reichten aus, bevor die letzte Gipfelquerung der Etappe mit der Bunderchrinde anstand. Diese wollte ich vor Einbruch der Dunkelheit bewältigen, um nicht im Licht der Stirnlampe über die technische Passage zu müssen.
Ein langer und steiniger, teilweise technischer Abstieg nach der Gipfelquerung führte die Läufer bis nach Adelboden, dem Etappenziel nach ca. 56km und über 4300hm. Da ich schneller als ursprünglich erwartet und vor allem für Liv deutlich schwieriger von dem Hotel in Lauterbrunnen erreichbar war, stand für Liv eine Nacht im Auto an. Mit einer Pizza am Parkplatz auf mich wartend, erreichte ich gegen 21:00 Uhr das Camp, welches sich in einem Bunker befand. Oberirdisch gab es auf dem Schulgelände der Anlage eine Rutsche, die natürlich nicht ausbleiben durfte und von mir getestet wurde. Die Freude über die absolvierte Etappe und inzwischen über 285km zurückgelegte Strecke waren einfach groß!
Im Bunker „eingecheckt“, das Prozedere mit Duschen, einer grandiosen Lasagne und dem Auffüllen des Rucksacks, folgte eine der besten Massagen und Fußbehandlungen. Der junge Physio-Therapeut hatte Schichtbeginn und kümmerte sich um die müden Füße von mir und massierte vorsorglich die Knie. Wie im Boxenstopp kam eine Ärztin, die sich ohne Kommentar um die kleineren Blasen an den Füßen kümmerte, während ich bereits zu Schlummern begann.



Lediglich in das Schlafsack-Inlet gehüllt, machte ich mich auf den Weg ins Bett. Leider musste ich nach kurzem Einschlafen feststellen, dass es doch den richtigen Schlafsack bedarf, da ich zu sehr fror. Nach kurzem Aufstehen und „Nachrüsten“ und insgesamt ca. 4 Stunden Schlaf ging es für mich nach 6h Aufenthalt in dem Base Camp um 03:14 Uhr wieder auf die Strecke und in die vorletzte Etappe.
Ab hier hatte ich mir das Teilnehmer-Shirt vom Montreux Trail Festival als mentale Belohnung aufgehoben und trug dies mit Stolz.
Die Vorletzte Etappe forderte mit über 60km und über 3500hm nochmal Kraft und Konzentration. Aus Adelboden heraus ging es in einem gleichmäßigen und langen Anstieg auf den nächsten 10 Kilometern über den Bummerepass. Die Strecke verlies die ausgeschilderte „1“ der „Via Apina“ und damit waren teilweise auch die mit kleinen Fähnchen markierte Strecke und der GPS-Track auf der Laufuhr nicht eindeutig oder gleich. Einige Läufer liefen dem Track und nicht der Beschilderung nach. Auch konnte man immer mehr Läufer schlafend an der Strecke entdecken. So schauten bspw. Die Füße eines Läufers in einer Ski-Hütte heraus, oder ein Läufer schlief am Baum angelehnt und dick eingepackt.
Die Zeit und Streckenkilometer machten sich an den Läufern bemerkbar, jedoch war noch so vielen absolvierten Kilometern und Höhenmetern auch das Ziel immer greifbarer.
Für mich ging es nach der Passquerung über kleinere Gipfel bis zur Iffigenalp, wo es wieder mal eine sehr leckere Suppe zur Stärkung gab. Dort traf ich auch wieder auf Alex und lernte Ben aus dem Bayrischen kennen. Gemeinsam stiegen wir vorbei am wunderschönen Iffigsee auf den Stigelschafbergpass auf. Ein großartiges Panorama über die bewältigten Passagen und ein Blick in die etwas flachere bevor liegende Passage belohnten die Läufer. Ben lud mich zu einem Kaffee und einem leckeren Nussgipfel auf einer der Almhütten ein, den wir mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages genießen konnten.


Im Abstieg ging es mit Ben vorbei am Lauensee und wir tauschten sich über absolvierte Rennen, Reiseziele und die erlebten Eindrücke aus.
Die Landschaft änderte sich schlagartig, in dem die Gipfel weniger hoch und die Wiesen deutlich grüner wurden. Auch der Blick in die noch bevorstehende Ferne offenbarte weniger hohe Berge in der Ferne und ließen vermuten, dass Montreux nicht mehr allzu weit entfernt lag.
Im Abstieg nach Gsteig nahm ich nochmal Fahrt auf, denn dort wartete Liv und kündigte „gut duftende Tacos“ in der „Self-Service-Verpflegungsstation“ an.
Den Campingplatz der VP erreichte ich gegen 13:45 Uhr und tatsächlich gab es dort köstliches Essen. Die Hitze nagte an dem Tag ordentlich an den Läufern und für mich waren die isotonischen Getränke oder Energie-Booster langsam keine Option mehr. Daher freute ich mich über Wasser als neuen Standard in den Flasks und eine kurze barfuß Pause. Ein letzter kleinerer Anstieg über den Col du Pillon im Ormont Tal zog sich nochmal über knapp 20 Kilometer, bevor das letzte Base Camp in Les Diablerets auf die Läufer wartete.



Dabei handelte es sich um eine kleine Berghütte, die gefüllt von Helfern, Supportern und Läufern war. Das Gewusel und die Aufbruchsstimmung waren groß als ich um 18:00 Uhr eintraf. Mit mehreren Anläufen ergatterte Liv glücklicherweise vor dem Haus einen Parkplatz und konnte so wieder bestens unterstützen.
Schnell geduscht und nochmal mit professionellen Händen die Füße und Beine massiert war für Frido klar, nur eine kurze Schlafpause einzulegen. Die Aufregung vor der letzten Etappe, dem Ziel in Montreux, aber vor allem das Gewusel in der engen Hütte waren einfach zu groß. Davor gab es noch die Qual der Wahl zu einem der leckeren Essensangebote: Kartoffeln mit einer Art Käse-Fondue-Soße, Risotto mit Fleischeinlage, frischen Pancakes oder Omlett. Was ein Angebot!
Danach freute ich mich umso mehr auf ein richtiges Bett mit Decke und Kopfkissen und konnte auch ca. 3h Schlafen, bevor ich mich nach knapp unter 5h Aufenthalt im Camp gegen 22:48 Uhr wieder auf den Weg und die letzte Etappe machte.
Als letzten mentalen Support hatte ich mir das Finisher-Shirt des Montreux Festivals als letztes Kleidungsstück bereitgelegt, die Vorfreude auf diesen scheinbar kleinen Akt war aber spürbar und sicherlich förderlich. Nun waren ja auch schon über 343km der Strecke absolviert!
Von Les Diablerets ging es in der Dunkelheit der Nacht und im Licht der Stirnlampe in einen kleinen, aber steilen Anstieg nach La Bierla, bevor die Strecke durch das kleine Dorf La Forclaz führte. In einer Unterführung von Le Sepey wartete Liv bereits, um mich auf der letzten gemeinsamen Verpflegungsstation zu sehen. Nach dem Zitat „Racer’s Race“ eines Läufer-Films mit Mark Wahlberg („Arthur der Große“) ging ich euphorisch in die VP, um nochmal ein Stück Linzertorte zu speisen, das Wasser zu füllen und unmittelbar danach eine Katze zu streicheln. Diese (und ein letzter Kuss und kräftigende Worte von Liv) gaben nochmal den notwendigen „Push“ in die Nacht und auf „den letzten Ritt“ über die letzte Etappe.



Nach Sepey folgte der Ort Leysin, in dem sich auch unsere „Erholungs-Unterkunft“ nach dem Rennen befand. Dies beflügelte mich nochmal, zügig über die Strecke und ins Ziel zu kommen. Über schmale und steile Trails ging es über den Prafandaz und hinab nach Luan, wo die vorletzte Verpflegungsstation auf die Läufer wartete. Zwei freundliche Mitglieder des „Footing Club Lausane“ erwarteten mich bereits und servierten mir eine frisch zubereitete Gemüse-Quiche und heiße Brühe mit Nudeleinlage. Sie bestanden darauf, beides mindestens zu kosten und es war wahrhaftig auch um 03:11 Uhr ein wohltuender Genuss!
Die Station war sehr liebevoll mit Finisher-Shirts und bunter Beleuchtung des Clubs dekoriert und wäre das Ziel nicht so greifbar und die Nacht so kalt gewesen, wäre ich sicher länger verweilt. Die beiden freiwilligen Helfer sorgten sich um die Teilnehmer und fragten deren Befinden ab: Ob sie in dem letzten Base Camp geschlafen, ausreichend Flüssigkeit dabei und sich den Umständen entsprechend wohl fühlten. Die bevorstehenden letzten Kilometer und Höhenmeter bzw. der lange und teilweise technische Abstieg forderten nochmals ordentlich Kräfte. Den Ein oder Anderen Läufer hatten sie hier zum Schlafen gebeten und sicherlich war auch der gesundheitliche Zustand von dem Ein oder Anderen nicht mehr zum Laufen einladend.


Für mich ging es zum Glück wohl genährt und sehr euphorisch nach dem kurzen Halt weiter und nochmals in die Höhen der Genfer-See-Region. Ein unglaubliches Panorama über den See und der aufgehenden Sonne bot sich bilderbuchartig von dem Bergrücken La Sarse und Malatraix. Der See zeigte sich, mit Blick auf Montreux in der vollen Schönheit und Ruhe und für mich war es unbegreiflich und etwas surreal, welche Kilometer und Höhenmeter ich ohne größere Beschwerden bis hierhin zurückgelegt hatte.
An der letzten VP vor Ziel erwarteten mich die Helfer bereits winkend und jubelnd und boten ihm einen Platz in der Hütte Col de Chaude an. Für mich war der Wunsch nach einem Glas Milch und frischem Wasser für die bereits seit einigen Kilometer leeren Flasks viel größer. Zwei Gläser Milch später und das Ablehnen des Angebots über wunderbare Rösti (zu groß war der Wunsch ins Ziel zu kommen und der Magen langsam, aber sicher auch zu sehr verwirrt über all die seltsamen Zeiten und Arten der Essensaufnahme), gefüllte Flasks und der große Dank an die freiwilligen Helfer später ging es in den wirklich letzten Anstieg.
Rochers de Naye war in Sicht und nach all den Anstiegen der vergangenen Tage ein Klacks!


Diesen passiert stand der letzte ca. 12 Kilometer lange Abstieg an, der den Läufern den Blick auf Montreux und den Genfer-See bot.
Wie von einem Energie-Blitz getroffen, nahm ich nochmal richtig Fahrt auf und überholte einige Läufer im bergab. Diese Passage war mir sehr gut bekannt, denn es war Teil der Strecke, auf der ich vor vier Jahren beim „Mx Sky“ beim Montreux Trail Festival mit Krämpfen und Corona-Nachwehen zu kämpfen hatte.
„Ein Klacks“ bei diesem Mal für mich, die letzten Kilometer dieser Reise! Durch die Schlucht ging es nach Montreux hinein und auf die Seepromenade zu.
Die letzte Etappe mit ihren 55km und 3100hm und das Ziel neben der Statue von Freddy Mercury erreichte ich mit der Startnummer 74 um 10:44 Uhr als Gesamt 44er.
Keine halbe Stunde später schlief er beim Warten auf seine wohlverdiente Pizza in der Pizzeria am Tisch und später bei der Busfahrt zum Auto ein…



Auch heute, zwei Wochen später, ist es immer noch nicht so richtig greifbar und nachvollziehbar, wie mein Körper in diesen 122 Stunden, ca. 400 Kilometer und 25.000 Höhenmetern absolviert hat und ich neben dem Schlafentzug und den paar kleineren Blasen keinerlei Nachwehen habe. Es fühlt sich surreal und unbeschreiblich an.
Die Laufuhr gab ein Paar interessante Statistiken über den Lauf an: 34.368 verbrannte Kalorien, 30.469 ml Schweißverlust, 12 eingenommene Gels (verschiedene Hersteller).
Ein unglaublicher Dank geht an Liv, die neben vielen schlaflosen stinkenden Nächten (meine Laufkleidung im Auto, in dem sie auch drei Nächte verbrachte); mir als übermüdeten, stinkenden und trotzdem noch fordernden Partner; aber unglaubliche Laufmanagerin-/Masseurin-/Aufmunterer usw. vor allem als Partnerin vor- während- und nach dem Rennen an der Seite und zur Unterstützung stand!
Ein weiterer herzlicher Dank geht an unsere Familien, die von zu Hause mit vielen motivierenden Nachrichten im Livestream oder auch als großartige Überraschung vor Ort mitgefiebert und unterstützt haben und mich in der Vorbereitung und während des Rennens den Rücken freigehalten.
Ein letzter, aber nicht geringerer Dank geht an die unzähligen freiwilligen Helfer, Masseure, medizinisches Personal und Veranstalter; die dieses unglaubliche Event möglich gemacht haben. Es macht einen entscheidenden Unterschied, mit welcher Miene und Hilfsbereitschaft man mitten in der Nacht nach mehreren hunderten Kilometern empfangen und betreut wird! Hier waren zu jeder Zeit die Freundlichkeit und der Zuspruch hervorzuheben und ein solches Event hätte nicht ohne deren Hilfe umgesetzt werden können.